Geprägte Geschichte – Geschichte, die prägt
Die ALTE MÜNZE ist eines der prächtigsten und ältesten Fachwerkhäuser des Fachwerkstädtchens Stolberg (Harz). Das heutige geldgeschichtliche Museum wurde im Rahmen des Förderprogramms Sachsen-Anhalt REVIER 38 aus Bundes- und Landesmitteln umfangreich saniert und neu gestaltet. Seit 2025 begrüßt der Museumskomplex ALTE MÜNZE seine Besucherinnen und Besucher mit vier multimedial aufgewerteten, inhaltlich aktualisierten Dauerausstellungen in zwei miteinander verbundenen Gebäuden. Die Ausstellungsetagen lassen sich über historische Treppenhäuser oder mit dem Aufzug erreichen.
Geschichte wird im Museum ALTE MÜNZE in Stolberg (Harz) nicht nur für Münzinteressierte, sondern auch für Familien und Kinder erlebbar.
Ausstellung
Historische Münzwerkstatt
Das Herzstück des Museums ALTE MÜNZE in Stolberg (Harz) befindet sich barrierefrei ebenerdig zugänglich im Erdgeschoss: die europaweit einzigartige Münzwerkstatt mit originalen Münzmaschinen des 18. Jahrhunderts.
Originale und Nachbauten von Schmelzofen über Streckbank, Benimmschere, kleinen Durchstoß und Klippwerk bis hin zur Rändelmaschine komplettieren die Werkstatt. Hier zu sehen ist alles, was einst nötig war, um Metalle zu Geld zu verarbeiten. Der Herstellungsprozess von Münzen lässt sich somit von Anfang bis Ende nachvollziehen.
Wer tiefer eintauchen will, nutzt Video- und Hörstationen. Kurze Videos erklären anschaulich die einzelnen Arbeitsschritte. Zwei Audiostationen ergänzen die Ausstellung mit Informationen zum Schmelzen und Gießen und den wertvollsten Werkzeugen in der Münzwerkstatt. Die nach historischem Vorbild neu angefertigten Funktionsmodelle in den Werkstatträumen kommen im Rahmen betreuter museumspädagogischer Programme zum Einsatz.
Höhepunkt im Museum ALTE MÜNZE ist das Schauprägen. In der historischen Münzwerkstatt werden zu ausgewählten Terminen mit der 2004 eigens für das Museum gebauten Spindelpresse – großer Balancier – Medaillen aus 999er Feinsilber geprägt. Ganz nach Stolberger Handwerkstradition.
Schauprägen verpasst? Kein Problem. Das an die Werkstatt angebundene Museumskino bietet filmischen Einblick nicht nur in die Herstellung einer ganz besonderen Jahresmedaille, sondern lädt auch ins historische Stolberg der 1930er-Jahre und die Museumsgeschichte ein.
Ausstellung
Vom Erz zur Münze … dem Geld auf der Spur
Nach der einmaligen historischen Münzwerkstatt setzt sich die faszinierende Entdeckungsreise durch die Geschichte des Geldes auch im ersten Obergeschoss fort.
„Willst Du den Wert des Geldes kennenlernen, geh und versuche, Dir welches zu borgen.“
Benjamin Franklin (1706-1790)
Wer die Treppe hinaufsteigt, findet auf halben Wege Gelegenheit innezuhalten. Zitate lassen dort über Geld und seinen Wert sinnieren. Danach geht es hinein ins Harzgebirge, die Montanregion, wo der Rohstoff des Geldes lagerte.
Neben einem Überblick über den Silbererzbergbau sind auch Aspekte der über 900-jährigen Münzproduktion im Harz Bestandteil der Ausstellung des Museums ALTE MÜNZE in Stolberg (Harz). Denn Silbermünzen wurden im Harz bis zum Ende des 18. Jahrhunderts geprägt. Berücksichtigung gefunden haben politisch bedeutsame Herrschaften: das Herzogtum Braunschweig, das Fürstentum Anhalt und die Grafschaften Mansfeld und Stolberg. Münzen werden nicht nur als Zahlungsmittel präsentiert, sondern auch als Träger von Zeichen und Botschaften – und Sammlerstücke.
Eine Brücke zur historischen Münzwerkstatt schlagen die übrigen Ausstellungsbereiche: Wie viel mag eine Münzwerkstatt wohl gekostet haben? Wie sah der Alltag eines Münzmeisters aus und wie waren die Münzmeisterfamilien im Harzraum miteinander vernetzt? Erstmals wird sich im geldgeschichtlichen Museum auch mit „bösen“ und falschem Geld befasst. Prüfen Sie am besten Ihre Scheine gleich vor Ort.
Nicht zuletzt werden auch die Zeiten extremer Geldentwertung und moderne Zahlungsmittel thematisiert.
Darüber hinaus bieten museumspädagogische Stationen Gelegenheit, Münzen zu „lesen“, zu rechnen, historisch zu shoppen und spielerisch zu lernen.
Ausstellung
Thomas Müntzer – Stolberg zur Zeit des Bauernkrieges und der Reformation
Das Südharzer Fachwerkstädtchen Stolberg gilt als Geburtsort des Theologen und Reformators Thomas Müntzer. Im zweiten Obergeschoss des Patrizierhauses, das sich einst der Stolberger Bürgermeister Kilian Kessler im Jahre 1535 errichten ließ, bricht das Museum ALTE MÜNZE nun mit dem Thema Geld und widmet sich der Stadt Stolberg und ihrem berühmtesten Sohn. Eine Litfaßsäule mit einer Müntzer-Büste und Zeitungsausschnitten begrüßt die Gäste nach dem Treppenaufstieg.
Eine Zeit des Umbruchs und ihre Auswirkungen auf die Geschichte des Städtchens stehen im Mittelpunkt der Ausstellungen im zweiten Obergeschoss, das nicht nur Stolbergs schönste Aussicht bietet: auf das Schloss. Was heute in prachtvollem Weiß über der Historischen Europastadt thront, war am 4. Mai 1525 Ziel der Aufständischen. Der Bauernkrieg hatte Stolberg erreicht. Video- und Audiostationen lassen nicht nur Streitgespräche, sondern auch greifbare Bürgersorgen lebendig werden.
„Der Koch soll für das Hochzeitsessen nicht mehr als zwölf Becken (Kessel) für einen Gang anrichten.“ Auszug aus der Stadtordnung – Buße bei Übertretung: 1 Mark
Das reformatorische Geschehen brachte für die Stolberger Bürger Veränderungen mit sich. Welche Auswirkungen die neue Stadtordnung von 1526 auf ihren Alltag hatte, kann hier im Museum nachvollzogen werden.
Bereits die Litfaßsäule zu Beginn des Rundgangs deutet auf eine Befassung mit der Geschichte der Rezeption Thomas Müntzers hin. So wird ein Auszug aus der Grafiksammlung des Museums zum 450. Jahrestag des Bauernkrieges 1975 gezeigt. Ebenso gibt es Einblicke in die Entstehung und Einweihung des Thomas-Müntzer-Denkmals, das seit 1989 auf dem Stolberger Markt zu sehen ist.
Das zweite Obergeschoss des Museums ALTE MÜNZE bietet außerdem einen Raum für wechselnde Sonderausstellungen.
Ausstellung
600 Jahre Fachwerk in Stolberg
Das Städtchen Stolberg (Harz) ist berühmt für sein geschlossenes Stadtbild aus mehr als vierhundert Fachwerkhäusern aus sechs Jahrhunderten. Was wäre also ein Museum in einem Fachwerkhaus ohne Fachwerk?
Der Museumskomplex ALTE MÜNZE setzt sich aus gleich zwei Fachwerkhäusern zusammen. Während das prächtige Gebäude in der Niedergasse 19 der Münz-, Geld- und Reformationsgeschichte vorbehalten ist, hat auch das Eingangsgebäude in der Niedergasse 17 Einiges zu bieten. Dort befindet sich nicht nur der Empfangs- und Shopbereich. Seit 2025 ergänzt im ersten Obergeschoss eine Fachwerkausstellung das Angebot des Museums ALTE MÜNZE.
Nach den Erkenntnissen von Dr. Alfred Roth gestaltet, ist diese Ausstellung voll und ganz dem Stolberger Fachwerk gewidmet und bietet Einblicke in die verschiedenen Epochen und ihre prägenden Stilelemente. Ergänzt wird der Museumsbesuch mit zwei Vorschlägen für individuelle Stadtrundgänge auf den Spuren der Fachwerkbaukunst. Und wer den Stolberger Stadtplan mit einem eigenen Häuschen ergänzen möchte, darf an der Werkbank selbst zur Säge greifen.
Sonderausstellung
Jahresmedaillen und Sonderprägungen aus dem Museum ALTE MÜNZE
Geprägte Erinnerungen – am großen Balancier im Museum entstehen immer wieder kleine Kunstwerke.
Im Jahr 2004 wurde aus dem Stolberger Heimatmuseum, das sich inhaltlich nicht von hunderten anderen solcher Museen im ganzen Land unterschied, die ALTE MÜNZE.
Damals wurde das Herzstück der Münzwerkstatt gebaut: Der große Balancier wurde als Funktionsmodell in die Dauerausstellung integriert. Damit war das Prägen von Medaillen direkt im Museum möglich. Die Jahresmedaillen gibt es seit 2004. Angeprägt mit neuem Stempel wird traditionell am Neujahrstag. Während die Vorderseiten der Jahresmedaillen immer mit einem neuen Motiv gestaltet werden, ist auf der Rückseite die ALTE MÜNZE als Prägestätte zu sehen. Seit Eröffnung des Museums gibt es außerdem eine Hausmedaille mit dem Stolberger Hirsch. Im Auftrag entstanden diverse Sondermedaillen.
Die aktuelle Sonderausstellung zeigt nicht nur die am Balancier entstandenen Medaillen, sondern auch eine Auswahl zugehöriger Gipsmodelle und Prägestempel.
Wegbeschreibung & Service
Museum ALTE MÜNZE
Niedergasse 17 - 19
06536 Südharz | OT Stolberg (Harz)
Telefon: (034654) 85 75 68
Die historische Fachwerkstadt Stolberg (Harz) ist bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Bahnstrecke nach Stolberg ist nicht mehr in Betrieb. Die Anreise erfolgt daher per Bus oder mit Bahn-Bus-Anschluss ab Berga / Kelbra.
Nach und von Sangerhausen kann eine durchgehende Busverbindung bis Stolberg (Harz) genutzt werden. Außerdem gibt es Busverbindungen von und nach Quedlinburg und Harzgerode. Beachten Sie bitte, dass die Busse nicht im dichten Takt verkehren. Bitte prüfen Sie die aktuellen Fahrpläne vor Ihrem Reiseantritt. Für Ihre Anreiseplanung mit dem öffentlichen Verkehr empfehlen wir Ihnen die Fahrplanauskunft für Sachsen-Anhalt (INSA) sowie der Deutschen Bahn.
A38 Autobahnabfahrt Berga: 16 Kilometer Richtung in Stolberg (Harz). Bitte beachten Sie, dass im gesamten Stadtgebiet rund um das Museum ALTE MÜNZE ein umfassendes Parkverbot gilt.
Kostenpflichtige öffentliche Parkplätze finden Sie rund um das Stadtzentrum. Es kann die EasyPark-App genutzt werden.
Das Museum ALTE MÜNZE befindet sich im Stadtzentrum Stolberg (Harz) und ist von den Parkplätzen an den Ortseingängen fußläufig in ca. 15 Minuten erreichbar.
Lust auf Kaffee und Hausgebackenes? Oder doch Deftiges und Regionales? Rund um das Museum ALTE MÜNZE finden Sie verschiedene Restaurants und Cafés. Bitte prüfen Sie online die aktuellen Öffnungszeiten und das Angebot.
